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Diese 5 wertvollen Wildpflanzen kannst Du im Herbst sammeln & für Dich nutzen

Es gibt im Herbst doch fast nichts Schöneres, als sich warm einzupacken, durch die bunt leuchtenden Straßen zu schlendern, die Herbstluft zu genießen und dabei mit den Füßen durch das Laub zu rascheln. Bei einem ausgiebigen Herbstspaziergang kannst Du endlich mal wieder zur Ruhe kommen und Stress loslassen. Dabei gibt es draußen einige verzehrbare Wildpflanzen, Früchte und Wurzeln zu entdecken, die währenddessen gesammelt werden können. Wir stellen Dir 5 heimische Wildpflanzen vor, die aktuell saisonal in Deiner Nähe wachsen und die Du für Deinen Eigengebrauch nutzen kannst.

1. Die Samen der Brennnessel

So erntest Du Brennnesselsamen

Brennnesseln

Brennnesseln findest Du häufig an feuchten und schattigen oder halbschattigen Plätzen auf Park- und Rasenflächen, Naturwiesen, am Waldesrand oder in Auen. Sobald die Pflanzen ausgewachsen sind, in der Regel zwischen Mai und September, können sie gepflückt werden. 

Obwohl Du Dich bis in den späten Herbst hinein an der essbaren Wildpflanze bedienen kannst, bietet sich die Ernte der frischen und größeren Blätter oder der Brennnesselblüten am ehesten im Frühling und Sommer an. Ab Ende September werden schließlich die Brennnesselsamen reif.

Damit sich das Aroma und die Wirkstoffe der Pflanze nicht verflüchtigen, solltest Du sie nach der Ernte so schnell wie möglich weiterverarbeiten. Die Brennnesselblätter und -blüten haben einen süßlichen Geschmack und lassen sich getrocknet sehr gut zu Brennnesseltee oder frisch zu einer Brennnesselsuppe verarbeiten. 

Die Brennnesselsamen hingegen sind vielseitig einsetzbar: Sie machen sich getrocknet oder pur zum Beispiel gut in Deinem morgendlichen Müsli, einem Pesto oder einem Smoothie. Sie können aber auch zum Backen, beispielsweise in saftigem, selbstgebackenem Mischbrot, verwendet werden. Leicht angeröstet passen sie gut zu Suppen oder Salaten. 

Wie wirken sie?

Während die Blätter der Wildpflanze aufgrund ihrer leicht harntreibenden, schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkung bei Harnwegsinfektionen und Rheumabeschwerden eingesetzt werden, sind die Samen der Brennnessel ein richtiges Superfood. Sie stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe, wie Eiweiß, gesunden Fettsäuren, Vitamin E und Mineralien wie beispielsweise Eisen, Magnesium und Kieselsäure. Außerdem gelten sie seit jeher als stärkendes und vitalisierendes Tonikum. Hier erfährst Du mehr über die Brennnessel.

2. Der Rotklee

So erntest Du Rotklee

Rotklee auf einer Wiese

Rotklee wächst weltweit und ist auch auf den Wiesen in Deutschland beheimatet. Solltest Du diese Wildpflanze nicht in Deinem Garten finden, kannst Du ihn auf biologisch bewirteten Wiesen oder an Feldrainen sammeln, an denen nicht zu viele Hunde entlanglaufen. 

Die Rotklee-Blüten, die im Frühsommer zu blühen beginnen, findet man oft noch bis Ende September. Beim Pflücken ist es ratsam, die Blüten zunächst kurz in die Sonne zu legen, damit die Tierchen, die sich dort tummeln, wegfliegen. Schüttele den Rotklee zum Schluss am besten noch einmal gut aus.

Rotklee hat einen milden Geschmack. Du kannst Blätter und Blüten des Rotklees in Speisen alternativ zu Kresse genießen. Die Blüten können roh im Salat gegessen oder ein Tee damit aufgegossen werden. Die ausgerupften Einzelblüten der Wildpflanze können auch als Brotbelag, für Suppen und Reis genutzt werden. Beispielsweise auch als essbare Dekoration auf Gemüse- und Käseplatten geben die Blüten ein schönes Bild ab. Du solltest Rotklee nur ganz kurz unter kaltem Wasser abspülen und möglichst roh essen, damit Dir die gesunden Inhaltsstoffe weitgehend erhalten bleiben. 

Wie wirkt er?

Rotklee soll aufgrund der enthaltenen Isoflavone, die als Phytoöstrogen wirken und damit eine große Ähnlichkeit mit der Struktur des Hormons Östrogen aufweisen, als natürliche Alternative zu einer Hormontherapie Beschwerden in der Menopause lindern können. Als altes Heilmittel kann er aber auch eine zellschützende, entzündungshemmende und blutreinigende Wirkung zeigen. Rotklee soll den Blutfluss verbessern, das Cholesterin senken, dem Knochenschwund im Alter vorbeugen und vor Prostataerkrankungen schützen. Beachte jedoch: Aufgrund der verdauungsfördernden Wirkung solltest Du große Mengen nicht auf einmal zu Dir nehmen. Für die meisten Gerichte reicht eine kleine Menge von ein paar Blüten.

3. Die Hagebutte

So erntest Du die Hagebutte

Zwei Hagebutten an einem Ast

Sobald es wieder feuerrot von den Rosensträuchern leuchtet, sind die Hagebutten reif für die Ernte! Hagebutten sind die Früchte der Rose, die sich nach dem Verblühen im Herbst bilden. Sie wachsen an sonnigen bis halbschattigen Orten, wie an Waldrändern, in Wildhecken und auf artenreichen Wiesen, aber auch auf mageren, eher trockenen Böden. 

Prinzipiell ist die beste Erntezeit im Herbst, je nach Sorte zwischen September und November. Je nach Verwendungszweck (zum Beispiel Tee oder Marmelade) sollten diese Wildpflanze geerntet werden, solange die Früchte noch viel Fruchtfleisch enthalten. 

Es gibt einige Möglichkeiten, Hagebutten zu verwerten. Sie können nicht nur pur verzehrt werden, sondern es kann aus ihnen auch ein leckerer Hagebuttentee, ein Hagebutten-Mark, ein Hagebutten-Mus oder Marmelade gezaubert werden. Weitere Gebrauchsmöglichkeiten der Hagebutte wären als Sirup, Saft, Likör, Soße oder als Gebäckfüllung.

Wie wirkt sie?

Hagebutten können abführend, fiebersenkend und leicht harntreibend wirken und stecken voller Vitamin C. Je nach Erntezeit haben sie einen angenehm säuerlichen Geschmack. 

4. Der Weißdorn

So erntest Du Weißdorn

weisser Weissdorn mit gruenen blaettern

Aus den weißen Doldenblüten des Weißdorns reifen im Herbst die etwas mehligen Früchte heran. Längere Zeit war das Sammeln und Verarbeiten der Beeren aus der Mode gekommen. Doch aus den Beeren lassen sich aromatische und gesunde Spezialitäten zubereiten. 

Wenn zwischen Mitte und Ende September die Früchte leuchtend rot am Strauch hängen, ist der optimale Erntezeitpunkt gekommen. Dann sind die Beeren innen etwas mehlig und schmecken leicht süß. Wir empfehlen Dir, die Beeren nur abseits von viel befahrenen Straßen und intensiv bewirtschafteten Flächen zu pflücken, damit diese nicht mit Abgasen und Umweltgiften belastet sind. 

Die Früchte machen sich gut in Gelee und Marmelade. Ihr Bittermandelaroma verleiht Marmeladen, Fruchtlikör und Gelees eine besondere Note. Da die Beeren der Wildpflanze Pektin enthalten, wird das Gelee natürlich eingedickt, weshalb Du für die Zubereitung etwas weniger Gelierzucker als üblich benötigst. Da die Beeren wenig Saft enthalten, werden die Kerne erst nach dem Kochen entfernt. 

Wie wirkt er?

Obwohl die medizinische Wirkung der Weißdorn-Früchte in Deutschland bisher nicht genug belegt ist, ist die Qualität der Beeren im europäischen Arzneibuch festgelegt. Sie werden traditionell als durchblutungsfördernde und den Herzmuskel stärkende Naturarznei angewandt. Hier erfährst Du mehr über den Weißdorn.

5. Die Wurzeln des Löwenzahns

So erntest Du Löwenzahnwurzeln

Gelber Loewenzahn mit gruenem Hintergrund

Dank seiner Widerstandsfähigkeit breitet sich der Löwenzahn schnell aus. Er wächst besonders gut auf humusreichen und gut durchlüfteten Böden an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. 

Während die Blätter des Löwenzahns bestenfalls im Frühling und die Blüten zur Blütezeit, etwa im April bis Juni, geerntet werden, ist die optimale Erntezeit für die Wurzeln des Löwenzahns im Herbst gekommen.

Achte darauf, Deinen Löwenzahn – sofern Du keinen eigenen im Garten hast – nicht von Bordsteinen an befahrenen Straßen zu sammeln, da dort die Schadstoffbelastung zu hoch ist. 

Die gesamte Wildpflanze ist essbar. Blüte, Blätter und Wurzeln werden sogar als Arznei verarbeitet. Löwenzahn kann als Tee, Saft, Pesto, Marmelade und Salat zubereitet werden. Frisch gepflückter Löwenzahn ist genauso essbar, wie die getrockneten Blüten, Blätter und Wurzeln. Die Löwenzahnwurzel mit ihrem bitter-süßen Geschmack nimmst Du am besten in Form von Tee zu Dir. Ein besonderer Tipp ist außerdem Löwenzahnwurzelessig.

Wie wirken sie?

Nur Unkraut? Von wegen! Die Löwenzahnwurzel wird gerne übersehen, dabei soll sie äußerst gesund sein: Sie enthält einige Bitterstoffe, die den Gallenfluss und damit Deine Verdauung anregen, Blähungen und Sodbrennen vorbeugen und appetitsteigernd wirken können. Die Wurzel wird bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Leberbeschwerden und Diabetes eingesetzt. Außerdem wird ihr nachgesagt, dass sie bei rheumatischen Erkrankungen, erhöhtem Cholesterin und wegen ihrer harntreibenden Wirkung auch bei Harnwegsinfekten helfen soll. Hier erfährst Du mehr über den Löwenzahn.

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